ALTENBURGER GESCHICHTSVEREIN e.V. (AGV)
& Brigitte und Wolfgang Böhm

        

 

Mitteilung des AGV

zu den Kriegstoten aus dem Leinawald.

Der Vorsitzende des AGV, Wolfgang Böhm und Frau Brigitte Böhm, Mitglied des AGV, erhielten dieser Tage eine Einladung vom Vorsitzenden des Landesverbandes Thüringen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Herr Dr. Michael Krapp, Minister a.D., zur  

Einbettung der Kriegstoten aus dem Leinawald und Einweihung der neuen Kriegsgräberstätte Nobitz  

am Freitag,  

20. September 2013 um 14:00 Uhr auf dem Friedhof Nobitz bei Altenburg / Thüringen.

Weiter heißt es im Schreiben:

„Nachdem die Umbetter des Volksbundes in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 66 Kriegsopfer im Leinawald bei Altenburg exhumierten haben, sollen diese nun im Rahmen einer Gedenkfeier auf dem Friedhof Nobitz würdig bestattet werden.

Mit Ihrem Besuch dieser Veranstaltung erweisen Sie den Opfern des Nationalsozialismus Ihre Ehre und unterstützen die Versöhnungsarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

In diesem Jahr veranstaltete Der Landesverband Thüringen unter anderem vier internationale Jugendbegegnungen in Gotha, Gera, Wien und auf der Krim mit über 100 jungen Menschen aus 12 europäischen Ländern unter dem Motto „Versöhnung über den Gräben – Arbeit für den Frieden“

Der Vorstand des Altenburger Geschichtsverein e.V. (AGV) bittet interessierte Mitglieder des AGV und Bürger des Altenburger Landes, die auch an dieser Veranstaltung teilnehmen möchten, um eine Mitteilung an folgende Adresse:  

Altenburger Geschichtsverein e.V. (AGV), c/o Wolfgang Böhm, Albert-Levy-Straße 22, 04600 Altenburg, oder  

E-Mail: altenburgergeschichtsverein@t-online.de,oder  

Telefon: ++49 (0)3447 831156, oder Handy: ++49 (0)160 94788705

 

PRESSESCHAU:

OVZ / 07./08.09.2013 / s.15 / Jörg Reuter

Ruhe für die Leinawald-Toten

Beisetzung und Trauerfeier am 20. September auf dem Friedhof in Nobitz

Nobitz. Eine lange und traurige Geschichte wird endlich zu Ende gebracht. Am 20. September ab 14 Uhr werden die sterblichen Überreste der Soldaten, die im Leinawald in einem Massengrab gefunden wurden (OVZ berichtete), auf dem Friedhof in Nobitz beigesetzt. Zu der Gedenkveranstaltung werden auch Vertreter der russischen und ukrainischen Botschaften erwartet.
Von Jörg Reuter
Vor fast 70 Jahren überlebten 66 Soldaten zwischen 20 und 30 Jahren ihre Kriegsgefangenschaft im Altenburger Land nicht. Es waren hauptsächlich russische und ukrainische Männer, deren Leichen einst von Deutschen im Leinawald verscharrt wurden. Wie wenig damals das Leben der Gefangenen Wert gewesen sein muss, lässt sich auch an der Art ablesen, wie die Totenaufge funden wurden. "Manchmal lagen drei Körper übereinander, wieder andere wurden in gehockter Stellung entdeckt", erinnert sich der Nobitzer Bürgermeister, Hendrik Läbe (SPD), an die Exhumierungen.
Am 20. September wird nun auf dem Friedhof der Schlussstrich unter dieses unrühmliche Kapitel der lokalen Geschichte gezogen. Die Toten erhalten dann ihre längst überfällige Beerdigung. Mit rund 70 Gästen rechnet der Bürgermeister von Nobitz, dessen Verwaltung sich gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um die Beisetzung kümmert. Angekündigt dazu haben sich unter anderem Vertreter der russischen und der ukrainischen Botschaft, des russischen Generalkonsulats, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, derStiftung sächsische Gedenkstätten, Politiker sowie der Generaldirektor derKirow-Werke St. Petersburg, die vor einiger Zeit die Firma Göppel Bus übernommen haben. "Außerdem sind alle Bürger zu der Trauer- und Gedenkfeier eingeladen", betont Läbe.
In den vergangenen Wochen ist auf dem Friedhof in Nobitz die rund 23 Quadratmeter große Grabstelle für die 66 Soldaten entstanden, die gleichzeitig ein Mahnmal sein wird. Dessen Mittelpunkt bilden zwei Stelen mit den Namen der Toten, so weit diese bekannt sind. Am 20. September werden Steinblöcke im Rahmen der Trauerfeier enthüllt.
Neben der Gemeindepastorin Heike Schneider-Krosse wird auch ein Pfarrer derrussisch-orthodoxen Kirche den Kriegsopfern das letzte Geleit geben. Zur Beerdigung soll zudem ein Säckchen ukrainische Erde über den Särgen verstreut werden. Diese haben Angehörige bei einem Besuch 2012 in Nobitz gelassen. So können die Toten einer Tradition nach in der Erde ihrer Heimat ruhen.
Erste Knochen wurden bereits 1996 im Leinawald gefunden. Das Massengrab tauchte aber erst nach Bürgerhinweisen 2011 auf. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kümmerte sich anschließend um die Gebeine. Geplant war, die Toten bereits imSeptember 2012 beizusetzen. Doch um alle Interessen auf einen Nenner zubringen, musste der Termin mehrfach verschoben werden (OVZ berichtete).