ALTENBURGER GESCHICHTSVEREIN e.V. (AGV)
& Brigitte und Wolfgang Böhm

        

ZUR GESCHICHTE DES ALTENBURGER LANDES

BURGEN, SCHLÖSSER, PARKANLAGEN 

SCHLOSS- UND PARKANLAGE TANNENFELD

Ein wichtiges Kulturgut –Tannenfeld im Altenburger Land

Meinen Spaziergang möchte ich mit einem

Zitat aus dem Exposé „Schloss- und  ParkanlageTannenfeld“, erarbeitet vom Landratsamt Altenburger Land, Bernd Wenzlau,Fachbereichsleiter

Schulen, Gesundheit und Bauen, sowie Janett Maas,Fachdienstleiterin Hochbau und  Liegenschaften, beginnen (Ich kann es nicht besser ausdrücken! Siehe auch Link zum Objekt):

Aus den Pariser Salons des 18. Jahrhunderts, in denen sich Mitglieder des Hofes, Gelehrte und Künstlerbegegneten, ging eine Kultur hervor, die sich über ganz Europa ausbreitete. Den gesellschaftlichen Mittelpunkt im Musenhof bildete stets eine Frau. Bekannte Salons unterhielten Madame de Staël oder Madame Récamier in Frankreich, Herzogin Anna Amalia in Weimar, Henriette Herz, Rahel Varnhagen oder Dorothea Schlegel in Berlin. Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821), eine schöne, begehrte und vor allem reiche Dame der herrschenden europäischen Adelsgesellschaft, gehörte zu jenen bekannten Salonieren des 19. Jahrhunderts, die weltoffen und geistreich gleichsam als Vermittlerinnen von Kultur und Politik agierten. Ihr Medium war die Konversation. Als Herzogin erhielt Anna Dorothea Zugang zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen, besonders zu den Höfen in Berlin, St. Petersburg und Paris: Metternich, Alexander I., Friedrich Wilhelm III., Napoleon und Talleyrand kannte sie persönlich. Dieser Umstand ermöglichte ihr einen ganz speziellen Anteil an der Gestaltung europäischer Geschichte. Der Löbichauer Musenhof der Herzogin von Kurland war einer der bekanntesten seiner Art im beginnenden 19. Jahrhundert. In den Schlössern Löbichau und Tannenfeld herrschte von 1794 bis 1821 ein reges gesellschaftliches Leben, das Politik, Literatur, Malerei, Musik und Wissenschaft vereinte. Man traf sich zu politischen Disputen, Vorträgen, Festen, Theateraufführungen, Lesungen oder Konzerten.“

All diese Inhalte spiegeln sich in den erhaltenen Gebäuden und im Landschaftspark wieder. Tausende Menschen erholen sich hier und nehmen Eindrücke der Schönheit und den Geist des 19.Jahrhunderts mit in ihren Alltag. Besonders zur Blütezeit der riesigen Büsche von 53 verschiedenen Rhododendron-Sorten ist der Park ein begehrtes Fotoobjekt, dem auch ich nicht widerstehen konnte. So entstanden die obenstehenden Abbildungen. An den Rhododendron-Büschen vorbei, auf verschlungenen Wegen, ging ich entlang an seltenen Gewächsen, z.B. Mammut-, Blauglocken-, Ginkgo- und Tulpenbaum, zahlreiche Azaleen-Sträuchern sowie malerischen alten Baumgruppen,zwischen denen sich kleine Wiesen befinden. Als aufmerksamer Besucher erkannte ich auch Pimpernuss-, Hamamelis- und Jasmin-Sträucher. Bänke luden mich zum Verweilen unter bis zu 200 Jahre alten Bäumen ein.

Doch auch Gedanken über die Zukunft ereilten mich. Was wird aus diesem schönen Stückchen Erde? Im Exposé des Landratsamtes wird ausgesagt: „Um die historisch gewachsenen Strukturen erhalten zu können, wird der Verkauf der Anlage als Gesamtkomplex angestrebt. Gleichwohl ist bei entsprechendem Interesse mehrerer Erwerber eine Teilung des Anwesens möglich.“ Und hier sehe ich eine Tragik, wir müssen das Kulturgut verkaufen, da wir es nicht aus öffentlicher Hand finanzieren können. Doch was passiert, wie bei anderen Schlossanlagen, z.B. in Poschwitz, wenn Privatbesitz nicht den erwünschten Erfolg bringen. Ein Ausflugsziel von höchster Bedeutung ginge nicht nur für die Bevölkerung des Altenburger Landes verloren. Ich wünsche den Verhandlungs-partnern viel Glück bei der Auswahl zukünftiger Besitzer.

Liebe Leser, liebe Bürger,äußern Sie Ihre Gedanken. Schreiben Sie an den AZZ.

In Freude über das Erlebte und in Sorgen über die Zukunft, Wolfgang Böhm