ALTENBURGER GESCHICHTSVEREIN e.V. (AGV)
& Brigitte und Wolfgang Böhm

        

 BRIEFE

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren des Altenburger Geschichtsvereins,

 

auf Anregung der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig wende ich mich an Sie mit einer Anfrage zu Altenburg.

 

Ich bin vor kurzem von einer Mitbürgerin aus Oberhausen, Jahrgang 1940, die am Kriegsende aus den Masuren flüchtete, angesprochen worden mit der Bitte um fachliche Unterstützung.

 

Es handelt sich bei ihrer Geschichte um eine durchaus typische Fluchtgeschichte, soweit ich bislang erfahren habe. Die Dame flüchtete damals als kleines Kind zusammen mit ihrer Mutter und einem älteren Bruder in Richtung Westen. Der Bruder, mit dem sie auf der Flucht war, ist inzwischen verstorben. Zwei weitere Brüder, die zurückblieben, gelten als vermisst und sind inzwischen für tot erklärt worden. Nun geht es der Frau um das Grab ihrer Mutter. Denn diese muss noch in einem Durchgangslager in Altenburg bei Leipzig verstorben und dann dort in einem Massengrab beigesetztworden sein. Es gibt eine Sterbeurkunde dazu, die ich allerdings erst demnächst werde einsehen können.

 

Meine Frage an Sie ist nun: sind in Altenburgin einem Archiv, einer Meldebehörde, einem Standesamt oder einer ähnlich gearteten Einrichtung mögliche Unterlagen zu dem (oder den) Durchgangslager(n) archiviert, die Auskunft über den Ort des Massengrabs und den Ort der Grablege der Mutter der Anfragenden geben könnten?

 

Ihre Auskunft wäre sehr hilfreich, um die Dame bei der Suche nach dem Grab ihrer Mutter zu unterstützen.

 

Ich bedanke mich herzlich für Ihre Unterstützung!

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

 

Clemens Heinrichs

Leiter Gedenkhalle und Bunkermuseum

Dezernat1, FB 0-8-30

Stadt Oberhausen

 

Konrad-Adenauer-Allee 46

46049 Oberhausen

 

Büroanschrift:

AmKaisergarten 52

46049 Oberhausen

 

Tel.0208 / 6070531-13

Fax 0208 / 6070531-20

 

www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/oberhausen

www.oberhausen.de/gedenkhalle-kultur.php

www.gedenkhalle-oberhausen.de

 

Heinrichs, Clemens [Clemens.Heinrichs@oberhausen.de]

 

 

BRIEFWECHSEL: AGV mit Gita Geller-Hirsch aus  Israel

Brief von Mareike Neumann (Büro von Anja Siegismund (GRÜNE) MTL): 

"Lieber Wolfgang,

...es gibt tatsächlich noch Zeitzeugen....

eine heute 86-jährige Frau aus Israel, sie wurde 1944 von Auschwitz nach Altenburg deportiert und musste mit ihrer Mutter in der HASAG schuften.

IhreTochter fragt in der Mail, ob sie sich den Ort mal ansehen könnte und nach Altenburg eingeladen werden kann.".....

Der Brief vom 10.06.2013 

Hello

My name is Gita Geller-Hirsch. I am writing a book about my mother story life.

.My mother Hedy, Hedwig Hirsch-Engel is an Holocaustsurviver which as been taken with her mother in October 1944 from Auschwitz to Altenburg

They were working in HASAG factory as a forcedlabors.

My mother is 86 years old and have a strong willing to see the place where she work as a prison.  

I would like to ask if this Requestis poosible, and could she be invited by you.  

Expect your answer a soon as possible.  

Gita Geller-Hirsch

Jerusalem Israel.

Übersetzung

Hallo

Ich heiße Gita Geller- Hirsch. Ich schreibe ein Buch über das Leben meiner Mutter. Meine Mutter Hedy, Hedwig Hirsch- Engel ist eine Holocaust- überlebende, welche mit ihrer Mutter im Oktober 1944 von Auschwitz nach Altenburg gebracht wurde. Sie arbeitete in der HASAG als Zwangsarbeiterin. Meine Mutter ist 86 Jahre alt und möchte gern den Platz noch einmal sehen wo sie gearbeitet hat. 

Ich möchte bitte Anfragen ob es möglich ist, dass Sie sie einladen können. 

Ich erwarte ihre Antwort so bald wie möglich. 

Gita Geller-Hirsch

 

Antwort vom AGV vom 14.06.2013 

Hallo,

sehr geehrte Frau Gita Geller-Hirsch, wir vom Altenburger Geschichtsverein e.V., der Stadtrat der Stadt Altenburg, die Landtagsabgeordnete des Thüringer Landtages, Anja Sigismund und weitere Bürger unserer Stadt Altenburg haben sich über Ihre Nachricht sehr gefreut. Wir arbeiten gerade an einer Konzeption für eine„Dokumentations- und Gedenkstätte Altenburg“. So kommen Ihre Zeilen gerade recht. Sehr gerne würden wir Sie und Ihre Mutter für den Herbst 2013, eventuell in der Zeit vom 14, Oktober bis 10. November 2013, einladen. Bitte geben Sie uns bald Bescheid, damit wir alles gut vorbereiten können. Bis dahin würden wir gerne von Ihnen etwas vom Leben Ihrer Mutter erfahren. Auf das Buch sind wir auch schon sehr gespannt. Auch wir haben ein kleines Buch über die HASAG schreiben lassen. Gerne würden wir es Ihnen zukommen lassen. Wir grüßen Sie und Ihre Mutter recht herzlich,

Wolfgang Böhm (Vorsitzender AltenburgerGeschichtsverein e.V. (AGV))

 

Übersetzung:        

Hello,

dear Ms. Gita Geller-Hirsch, we at the Altenburger Historical Society (Altenburger Geschichtsverein e.V.), the City Council, the member of Parlament by the Thuringian state parlament, AnjaSigismund and more citizens our town Altenburg have very happy about your message. We are working on a conception for Documentation and Memorial Altenburg. So your lines are just right. We would be glad to invite she and hermother for the fall, possibly in the period from 14. October to 10. November2013. Please give us notice soon, so we can prepare everything well. Until then, we would love to hear from you some of her mother´s life. In the book, we are also very excited. We also have to write a small book about the HASAG. We would love to send it to them. We salute you and your mother to thank.

Wolfgang Böhm (Chairman Altenburger Historical Society – Registered Charity)

   

Der Brief vom 21.06.2013 

Dear Wolfgang Böhm.

We were pleased to receive your message. I would like to note thatmy mother isnt young any more and needed the aid of an escort.

In your answer, you have not specified some important details.like:

What including your invitation - How many days, How many people ,and what will be in the visiting plan.  

While writing the book, Mom mentioned that there are two places she wish to reach them with her family.

The first- the factory where she forced to work , Altenburg HASAG.

There which in the arrivel, she and her mother were photographed, and she will be very glad to get those photograpes. Can you help her toget them. (names: Hedy Engel and Berta Engel).

The other place is Auschwitz. Mom wants to go back and walk the path of sorrow and pain, which has experienced during her youth, but this timewith  the family she were established.  

I would like to examine the possibility to contact with the IsraeliT.V. or some Journalists in this journey - Of course with your agreement.

Another question - is there any possibility to bring forward in aweek or two the date of the invitation.  

Thank you.  

Gita Geller- Hirsch

Übersetzung: 

Hallo, 

lieber Wolfgang Böhm.

Wir waren erfreut ihre Nachricht zu erhalten. Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Mutter nicht mehr jung ist und die Hilfe einer Begleitung benötigt. In ihrer Antwort haben sie hinsichtlich ihrer Einladung wichtige Details nicht angegeben: Wie viele Tage, wie viele Personen und wie sieht ihr Besichtigungsplan aus?

Indem sie das Buch schrieb, erwähnte Mama, dass es zwei Plätze gibt wo sie mit ihrer Familie war. Der erste, die Fabrik HASAG in Altenburg, wo sie gezwungen wurden zu arbeiten. Dort wurde sie und ihre Mutter bei der Ankunft fotografiert und sie würde sich sehr freuen diese Fotografie zu bekommen. Können sie ihr dabei helfen? (Ihre Namen damals: Hedy Engel und Berta Engel).

Der andere Platz ist Auschwitz. Mama will den Weg voll Kummer und Schmerz nachvollziehen, was sie in ihrer Jugend erlebt hat, aber auch die Zeit, in der  ihre Familie gegründet wurde. Ich würde gern die Möglichkeit nutzen mich mit dem Israelischen TV oder einigen Journalisten während der Reise, natürlich mit Ihrem Einverständnis, in Verbindung zu setzen.

Eine andere Frage: Wäre es möglich 1-2 Wochen früher anzureisen?

Danke

Gita Geller- Hirsch

 

Antwort AGV vom 02.07.2013

Hallo, liebe Frau Gita Geller-Hirsch, entschuldigen Sie,dass ich erst jetzt antworte. Doch wir waren nicht untätig. Im Vorstand und aufeiner Mitgliederversammlung des Geschichtsvereins haben wir beraten. Nun dieAntworten auf Ihre Fragen. Sie und Ihre Mutter sind beide herzlich nachAltenburg eingeladen. Sie können auch schon Anfang Oktober zu uns kommen. Wieviele Tage möchten Sie bleiben? Wir würden dann für Übernachtung sorgen. NachAuschwitz können wir nicht fahren, da es zu weit weg von Altenburg ist. Hier inAltenburg hätte ich ein Programm für Sie, welches ich Ihnen später nochvorstelle, wenn Sie uns die Zeit und die Tage Ihres Kommens mitteilen. HabenSie Wünsche? Gern würden wir auch das israelische Fernsehen begrüßen. Wie vieleJournalisten würden kommen? Dann würden wir auch für sie die Übernachtungbesorgen. Und hier noch eine freudige Mitteilung. In unserem Archiv haben wirauf einer Transportliste den Namen Ihrer Mutter entdeckt  Ich sende Ihnen diese Liste zu. Wir freuen unsschon auf Ihren Besuch.

Herzliche Grüße an Ihre Mutter, Wolfgang Böhm

Übersetzung: 

DearMrs. Gita Geller-Hirsch, sorry, that I answer only now. But we were not inactive.

To ageneral meeting of the historical society, we advised. Now the answers to yourquestions. She and her mother are both invited to Altenburg. You can also cometo us already in early October 2013. How many days you want to stay? We wouldthen provide for an overnight stay. After Auschwitz, we can not go, because it´s too far away from Altenburg.  Here in Altenburg I would have a program foryou, which I will later introduce, if you give us the time and the day of theircoming. Do you have requests? We would also welcome the Israeli TV. How manyjournalists would come? Then we would get the night for them also.

And hereis a joyful message. In our archives we discovered on a transport list the nameof her mother. I send this list to.

We lookforward to your visit. Best wishes to your mother,

WolfgangBöhm

 

   

 

Sehr geehrter Herr Böhm,

vielen Dank für Ihren Anruf und Ihre Mail. Ihr Projekt unterstütze ich gern. Wie ich Ihnen bereits mitgeteilt habe, wäre der Kontakt zu unserem Projektkoordinator und Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann für Sie von Interesse (a.ehresmann@stiftung-lager-sandbostel.de).Herr Ehresmann ist ab 8. Juli wieder im Dienst in Sandbostel und wäre von da an auch wieder telefonisch in Sandbostel erreichbar (04764/2254810). Dr.Jens Binner, der bei dem im April abgeschlossenen Ausstellungsprojekt der Gedenkstätte Lager Sandbostel mitgewirkt hat und inzwischen an der neuen Ausstellung der Gedenkstätte Buchenwald mitarbeitet, ist unter der Mailadresse jbinner@buchenwald.de erreichbar. Er dürfte sich gerade für das Thema der Außenlager besonders interessieren.

Die Websites www.stiftung-lager-sandbostel.de und www.gedenkstaettenverein-sandbostel.de haben Sie ja bereits entdeckt. Die von Ihnen und Ihrer Frau gestaltete Website ist interssant und informativ.

Mit den besten Grüßen

Dr. Klaus Volland

Bremervörde

Guten Tag,
unser Verein sucht Informationen und Fakten über die Geschichte der Mönchsgasse in Altenburg.
Können Sie uns hierbei unterstützen, ggf. Unterlagen zum Nachschlagen zur Verfügung stellen? Vielen Dank im voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Knöfler
Stellvertretender Vorsitzender
Förderverein Quartier “ Rote Spitzen „Altenburg e. V.
foerderverein-quartier@rote-spitzen-altenburg.de

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